Körperempfinden, der erste Strom des Erlebens, ZeichnungTasten, der zweite Strom des Erlebens, ZeichnungSchmecken, der dritte Strom des Erlebens, ZeichnungRiechen, der vierte Strom des Erlebens, ZeichnungHören, der fünfte Strom des Erlebens, ZeichnungSehen, der sechste Strom des Erlebens, ZeichnungFühlen, der siebente Strom des Erlebens, ZeichnungDenken, der achte Strom des Erlebens, ZeichnungSpüren, der neunte Strom des Erlebens, ZeichnungSein, der zehnte Strom des Erlebens, Zeichnung
Kreis, Tusche
ich tue, will, sehe hell
‹Übersinnliches›, eigenes Wirken und der menschliche Wille
Ecke E, Tusche
Ich sehe, höre, rieche, schmecke, taste, habe körperliche Empfindungen, fühle, denke, spüre, meine Aufmerksamkeit wandert und mein Bewusstsein weitet und konzentriert sich und filtert.
Meditation zum Erleben
Betrachte die obigen zehn Ströme des Erlebens und präge dir dieses Bild ein. Wenn du einmal in deinem Leben ‹ins Straucheln› geraten bist, gehe mit deiner Aufmerksamkeit einzeln durch die Ströme und finde heraus, in welchem von ihnen das Straucheln ist. Nimm dein Erleben in diesem Strom einfach nur achtsam wahr – schenke ihm deine ganze Aufmerksamkeit! So heilt dein Erleben und du in ihm…
Zumeist trägt jeder von uns in seinem Erleben etwas, das er selbst nicht gerne sehen möchte. Vor nichts haben wir mehr Angst, als in uns selbst das Licht anzustellen und zu schauen, was hier ist. Unser Bewusstsein hat die liebevolle Aufgabe, das aus unseren Strömen herauszufiltern, was für uns hier und heute noch schwer zu ‹verarbeiten› ist.
Was erleben Menschen mit ‹übersinnlichen› Fähigkeiten?
Jeder Mensch hat eine feinstoffliche Aura um sich und doch können nur wenige Menschen sie bewusst sehen. Unser Gehirn hat mehrere Schichten, die wie Filtersind. In den ‹äußeren› finden wir die uns üblichen Eindrücke. In der innersten Schicht sind alle Eindrücke noch ungefiltert. Hellsehen ist ein Sehen wie jedes andere Sehen auch, nur ungefiltert. Zugleich bezeichnen wir mit diesem Ausdruck auch das Erscheinen von Bilden auf der inneren Leinwand unseres Denkens, die für Beteiligte eine hohe Bedeutung haben und oftmals Heilung und Klärung bewirken. Eine Hellhörende kann sehr feinen, mitunter von fern her stammenden Schall wahrnehmen zugleich ist Hellhören, ebenso wie Hellsehen, das Auftauchen innerer Worte im Denken, die oftmals Klang und Ausdruck haben.
Hellsehen findet im physischen Sehen und im Denken statt, Hellhören im physischen Hören und Denken. Ebenso ist es mit Hellriechen, Hellschmecken und Helltasten. Hellfühlen ist ein anderes Wort für ‹Spüren›.
 ja, so ist es
 nein, ich erlebe es anders
 manches ist wahr und manches nicht
 das ist für mich nicht erlebbar
 mancher Begriff ist für mich nicht eindeutig
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Was ist der Wille?  Ist er nicht ein eigener Strom?
«Ich will und habe einen Willen.» Das scheint wahr zu sein. Bei einem kleinen Kind scheint es offenkundig, bei einem Geschäftsführer auch. Doch: Wie erlebe ich den Willen eines anderen? Wie erlebe ich meinen eigenen Willen?
Er ist nicht im Sehen, nicht im Hören, Riechen, Schmecken oder Tasten zu finden. Er ist kein Körperempfinden, denn das Zusammenziehen von Muskeln ist nicht der Wille. Es ist kein Gefühl. Ich kann wütend sein, ohne zu wollen, und wollen, ohne Wut in mir zu empfinden. Ich kann etwas wollen und meine Gefühle sind dabei ganz zurückgetreten.
Was ist das ‹Etwas›, das du willst, wenn du etwas willst?
Es ist ein Gedanke. Prüfe es in dir selbst: Begebe dich in der Meditation in den Zustand innerer Stille, in der keine Gedanken mehr in dir auftauchen. Willst du nun noch etwas?
Im Zustand der inneren Stille gibt es kein Wollen mehr in uns alles ist ein einziger Fluss des Geschehens und jedes Wesen ein vollkommen verbundener Teil in diesem.
Mein Wollen zeigt sich allein in meinem Denken.
«Ich will heute bis 17 Uhr fertig sein.» Dieses spreche ich innerlich zu mir selbst und auch zu meinen Mitmenschen. Ich ‹bekräftige› es. Wollen und der Wille ist von daher zweierlei: Das Festhalten an einem Gedanken und damit auch gedanklichen Zustand und die Kraft des Festhaltens und Verteidigens dieses Gedankens. Mit einem «eisernen Willen» wanke ich nicht und weise jeden ‹abwegigen› Gedanken in mir ab. Die festhaltende Kraft ist nicht der Gedanke selbst; sie scheint hinter, unter, über oder neben den Gedanken zu liegen. Sonst könnte sie den Gedanken nicht festhalten.
Ich habe einen Willen. Oftmals will ich etwas. Das, was ich will, ist ein Gedanke. Ohne zu denken, will ich nichts. Wollen ist das Festhalten an einem Gedanken, an einem erdachten Zustand.
 ja, so ist es
 nein, ich erlebe es anders
 manches ist wahr und manches nicht
 das ist für mich nicht erlebbar
 mancher Begriff ist für mich nicht eindeutig
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Was ist mit meinem Tun?  Ist das nicht ein weiteres Erleben?
Ist Erleben nicht nur ein Teil meines gesamten Lebens!? Es erscheint uns der passive Teil zu sein. Indem ich «nur erlebe», «tue ich noch nichts». So denken wir. Was wäre jedoch noch von deinem Leben übrig, wenn du nichts mehr erleben würdest?
Ramana Maharshi antwortete einem Schüler, dass das Betrachten eines Yogis in tiefer Meditation für das ungeübte Auge mit dem Anblick eines sehr schnell rotierenden Ventilators vergleichbar ist: Das Bild scheint zu stehen, obwohl der Ventilator hoch aktiv ist.¹
Ich erlebe und ich tue, handle, agiere und wirke. Für das Tun gibt es kein eigenes Erlebenszentrum. All mein Tun erlebe ich in den genannten zehn Strömen des Erlebens. «Ich habe den Stein in den Fluss geworfen. Ich habe damit die Wellen auf seiner Oberfläche erzeugt.» «Oder!?»
Der Erschaffer des hölzernen Hockers, auf dem ich in diesem Augenblick sitze, scheint mir eindeutig feststellbar. Der Lichtstrahl, der in meine Augen fällt, scheint mir von uns Menschen, der Natur und allen Sonnen des Universums erschaffen. Der Schall, der in meine Ohren eintrifft, von uns Menschen, den Tieren und der Natur gemacht. Doch wer hat die Verspannung in meinem Nacken erzeugt? ... das Gefühl, das ich in mir empfinde? ... die Gedanken, die in meinem Verstand auftauchen? ... das Feld, das ich um mich und in mir spüre?
Wer hat mein Sein vollbracht?
Ich erlebe all mein Tun in den benannten zehn Strömen.
Der Wirkende und das Wirken selbst ist für mich nicht erlebbar.
 ja, so ist es
 nein, ich erlebe es anders
 manches ist wahr und manches nicht
 das ist für mich nicht erlebbar
 mancher Begriff ist für mich nicht eindeutig
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Mitunter ist der Übergang vom Tun in das Geschehen fließend. Mitunter ist es schwer, eine Grenze zwischen dem ‹Ich› und dem Leben selbst zu ziehen.
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¹ Ramana Maharshi: Gespräche des Weisen vom Berg Arunachala, die Mitschriften seines Dolmetschers von Gesprächen zwischen ihm und seinen Schülern aus den Jahren 1935 bis 1939, korrigiert von Sri Ramana Maharshi selbst; seine Antworten auf Lebensfragen nach Glück, Leid, Leben, Wiedergeburt, Realität, Wirklichkeit, Gnade, Selbsterforschung, Hingabe, Selbstversunkenheit, Meister und Intellekt; Lotus Verlag, 1955, 2. Auflage 2010
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ein offener Weg zu innerem Frieden und Gewahrsein. Das gemeinsame Erforschen unseres vor allem inneren Erlebens. Ein Aufruf zum Leben mit offenem Herzen.
Linie, Tusche
erleben.wiki  veröffentlicht am 3.4.2015, letzte Änderungen am 9.6.2015
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